Best Of 2025: 21. Phantom Spell - Heather & Hearth

 

Zum sogenannten ''Retro-Rock'' habe ich seit langem einen guten Draht, da dieser durch seine analogen Produktionen mein Gehör in Bezug auf Sound ein Stück weit sensibilisiert hat und ich dadurch einen Gefallen mich in ein warm klingendes Album reinlegen zu können. Besonders hat es mir zuletzt dieser naive, Twin-Guitars lastige und voller positiver Emotionen versehene Stil angetan wie ihn u.a. Bands wie Wytch Hazel (deren Album aus diesem Jahr auch stark ist, dies nur am Rande), Hällas oder hier besprochene Phantom Spell zelebrieren. Ein Stil der zwar hart von Wishbone Ash oder Ashbury inspiriert ist, aber jeder der Bands hat da seinen eigenen Weg gefunden aus diesen Einflüssen was eigenes zu zaubern.

Phanom Spell garnieren dieses Gerüst mit allerhand proggiger Spielereien, folkigen Farbtupfern, den Anfängen der NWOBHM, das Album schreit einem quasi förmlich ins Gesicht das es von den britischen Inseln kommt. Hier wird nicht mit schönen Melodien, Kitsch und gute-Laune-Feeling gegeizt, aber das auf so unbekümmerte Weise, dass das dieses Projekt einfach nur gern haben muss, außerdem sorgt eine gesunde Dosis Melancholie stets dafür das diese Elemente nie ins unangenehme kippen. Dazu super geschriebene Songs die sowohl härtetechnisch als auch
dramaturgisch gut durchdacht sind und in denen man überall liebevolle Verzierungen entdecken kann, die es auch beim x-ten Mal hören spannend machen. Dabei schafft es die Band bei aller Eingängigkeit nicht aufdringlich zu sein, es wirkt zuerst gar unscheinbar, aber je öfters man es hört stellt man fest wie viel sich dann doch vom Werk im Gedächtnis eingebrannt hat. Ein Album was gerade in der heutigen Zeit, wo ein negatives Highlight das nächste jagt, umso wichtiger ist, eins was einen in eine fantasievolle Welt zieht, eins das so aus der Zeit gefallen ist und mit seiner positiven Unschuld den Alltag vergessen lässt.




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